Sie möchten ein Tier in Pflege nehmen?
...ohne verantwortungsbewusste Pflegeeltern ist es uns nicht möglich Tiere in Sicherheit zu bringen!
Ein Tierschutzhund zieht ein - wertvolle Tipps für künftige Pflegeeltern finden Sie hier
Pflegestelle zu sein bedeutet, ein Tier auf Zeit bei sich aufzunehmen, bis es endgültig vermittelt wird. Wie lange es dauert bis Hund oder Katze in sein neues Zuhause zieht, können wir aber nie vorhersagen, die Zeitspanne kann schon zwischen einer Woche und einem Jahr variieren.
In einer Pflegestelle ist es für die Tiere um einiges leichter sich an ein für sie meist völlig unbekanntes Leben zu gewöhnen, auch lernen wir die Tiere erst hier richtig kennen.
Mit der Pflege eines Tieres übernehmen Sie eine große Verantwortung, wir müssen uns auf Sie verlassen können, genau so, wie Sie sich auf uns! Sollten doch unverhofft Probleme auftreten lassen wir Sie natürlich nicht allein, und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite - notfalls mit der Suche nach einer geeigneteren Pflegestelle.
Allgemeine Informationen:
1. Die Gesundheit der Tiere, wenn sie in Deutschland ankommen:
Sie sind nach den gesetzlich vorgeschriebenen Einreisebestimmungen geimpft, gechipt und dem Alter entsprechend schon kastriert, auch haben sie ihren EU-Heimtierausweis im Gepäck.
Mit Giardien (die auch häufig in Deutschland vorkommen!) muss immer gerechnet werden, gegen diese Darmparasiten gibt es das Medikament Panacur, und/oder aufgrund der Änderung ihrer gesamten Lebenssituation (Stress, auch positiver) und der Futterumstellung haben sie auch häufig Durchfall. Von daher ist es immer ratsam anfangs kein so hochwertiges Futter zu füttern. Schonkost, beispielsweise Reis mit Huhn, ist ein gutes Mittel zur Wahl - ansonsten fressen sie ALLES!
Auf Mittelmeerkrankheiten, wie z.B. Leishmaniose, wird vor Ort (noch) nicht getestet. Unsere Hunde könnten eventuell Demodex- oder Sarcoptes Räude haben, das wissen wir dann aber schon im Vorfeld und geben das, wie andere Krankheiten, ausgestandene Krankheiten und/oder Behinderungen bekannt!
2. Charaktere der Tiere:
Alle Hunde und Katzen die zu uns kommen waren uns, oder den Leuten in Rumänien die sie bisher betreut haben, gegenüber lieb und verstehen sich mit ihren Artgenossen, mit denen sie gegebenenfalls zusammen lebten. Sie können teilweise auch noch etwas schüchtern sein, was sich aber recht schnell legt, wenn man ihnen die nötige Zeit lässt sich einzugewöhnen. So genannte „Angsthunde“, von denen wir genau wissen dass sie panisch auf die Anwesenheit von Menschen reagieren, lassen wir aus der Erfahrung heraus nicht mehr einreisen, sondern lassen sie in ihrem gewohnten Umfeld.
Auch wenn sich die Tiere mit ihren bisherigen „Freunden“ prima verstanden haben, bedeutet das nicht, dass sie sich auch noch mit allen Artgenossen verstehen, auf die sie dann in Deutschland treffen. Doch passen wir schon auf, dass wir keine "auffälligen", bzw. aggressiven Hunde zu uns holen. Zur Katzenverträglichkeit der Hunde können wir selten etwas sagen, auch nicht, ob sie (kleine) Kinder kennen!
Viele Hunde kennen, so traurig das auch ist, noch nicht einmal eine Wiese, das finden sie dann bei Ankunft meist hoch spannend (im positiven Sinne), andere "Alltäglichkeiten" meist auch nicht! Doppelte Absicherung mittels Halsband und Geschirr sind von daher zwingend erforderlich!
Stubenrein ist anfänglich meist keiner von ihnen, erwachsene Hunde verstehen aber recht schnell, Welpen lernen eben so wie jeder andere Welpe auch, der hier in Deutschland geboren wurde. Doch kann es sein, dass Welpen aufgrund traumatischer Erlebnisse auf manches anders reagieren wie ein positiv geprägter Welpe. Die meisten kennen wirklich nur das Leben draußen auf der Strasse oder ein Tierheim, ansonsten nichts!
Auch die wenigsten erwachsenen Hunde haben jemals in einem Haushalt gelebt, doch die Umstellung bisher immer gut verkraftet - eine kuschelige Decke lernen sie schnell zu schätzen!
Ob sie alleine bleiben können wissen wir auch nicht, sie leben meist im Rudel, ganz selten allein in einem Gehege, sind das gänzliche allein sein also nicht gewöhnt! 2005 hatten wir einmal einen älteren Rüden aus Pitesti/Rumänien übernommen, der wirklich alles zerstört hat, sobald er alleine war. Seine Leute haben in kleinen Schritten mit ihm das Allein sein geübt, nach einem Jahr schaffte er eine halbe Stunde.
3. Ablauf Übergabe in die Pflegestelle:
Bekunden Sie Interesse ein Tier von uns in Pflege zu nehmen, findet vorweg ein Kontaktbesuch statt wo wir uns persönlich kennen lernen und schauen, ob das beschriebene Umfeld für unsere Tiere geeignet wäre.
Wohnen Sie nicht in unserer Nähe, werden befreundete Tierschützer Sie besuchen, was wir aber mit Ihnen absprechen. Sind alle Gegebenheiten passig, wird das entsprechende Tier zu Ihnen reisen.
Voraussetzungen unter anderem:
Alle Familienmitglieder müssen mit der Aufnahme eines Tieres einverstanden sein, wohnt die Pflegestelle zur Miete muss eine Erlaubnis zur Haltung eines, bzw. mehrerer Hunde(s) vom Vermieter vorliegen.
Der Hund sollte nicht länger als fünf Stunden am Tag alleine bleiben müssen, in der Eingewöhnungsphase wäre es ratsam sich ein paar Tage Urlaub zu nehmen.
Haben Sie ein Haus mit Garten, muss der Garten „ausbruchsicher“ gestaltet sein. Trotzdem sollte der Pflegling bei den ersten Gängen in diesen mit einer Schleppleine gesichert sein, es gibt viele Ausbruchskünstler unter ihnen, die jedes kleine Loch entdecken, über den Zaun klettern oder sich unter ihm hindurch buddeln.
Sind Reisen ohne den Pflegehund geplant, muss vorher mit uns abgesprochen werden wo der Hund unterkommen soll.
Bei Ankunft des Pfleglings wird ein so genannter Pflegestellenvertrag ausgefüllt, dort sind alle Rechte und Pflichten unseres Vereins und ihre als Pflegestelle schriftlich aufgeführt, der dann von beiden Vertragsparteien unterzeichnet wird.
Die Hunde und Katzen aus Rumänien kommen meist Samstags auf dem Landwege in Deutschland an. Wohnen Sie in der Nähe des Ankunftsortes werden die Tiere direkt gebracht oder Sie werden gebeten sie abzuholen.
Bitte sagen Sie uns, bevor der Hund/die Katze die Reise antritt, wie weit Sie bereit wären zu fahren, um das Tier abzuholen.
Wohnen Sie weiter entfernt werden wir zwar versuchen eine Fahrkette zu organisieren, doch sollte das nicht machbar sein, müssten Sie uns entgegen kommen.
4. Ablauf Übergabe in eine endgültige Familie:
Da Sie ihren Pflegling am besten kennen, dürfen Sie natürlich mit entscheiden ob die interessierten Menschen auch die richtigen für ihn sind.
Oft ist es auch so, dass die Interessenten nicht in unserer Nähe wohnen sondern in Ihrer, von daher lassen wir auch gerne Sie als Pflegestelle den Kontaktbesuch absolvieren, siehe den Ablauf wie in Punkt 3, nur dass Sie dann unseren Part übernehmen.
Sind es die richtigen Leute für unseren Schützling wird mit den Adoptanten ein Übernahmevertrag ausgefüllt, zu unterzeichnen von dem Adoptanten und unserem Verein, oder einer von uns ernannten Vertrauensperson.
5. Anfallende Kosten, Versicherung, Schutzgebühr:
Sämtliche Tierarztkosten tragen wir. Im besten Falle schickt uns der behandelnde Tierarzt die Rechnung und wir überweisen direkt an die Praxis/Klinik, was nach schriftlicher Bestätigung der Kostenübernahme von unserer Seite aus bisher selten ein Problem war, oder Sie als Pflegestelle zahlen die Rechnung an die Praxis/Klinik und wir überweisen nach Rechnungseingang den Betrag an Sie zurück.
Versicherungskosten (Haftpflichtversicherung) übernehmen wir. Es sind dabei aber nur Schäden abgedeckt, die der zu pflegende Hund außerhalb der Wohnung/des Hauses verursacht. Schäden am Eigentum des Pflegers/der Pflegerin sind von der Versicherung ausgeschlossen.
Für Körbchen, Decke, Näpfe kommt im Normalfall die Pflegestelle auf, ebenso für die Futterkosten.
Freuen würden wir uns auch, wenn für Halsband, Geschirr und Leinen selber Sorge getragen wird, aber auch hier würden wir die Kosten übernehmen. Wird der Hund vermittelt, sollten die von uns bezahlten Utensilien an uns zurück gegeben werden.
Wir nehmen generell eine Schutzgebühr über 250,- € für unsere Schützlinge. Steht ein Oldie, oder ein Hund wo ersichtlich ist, dass für die künftigen Besitzer noch Tierarztkosten anfallen, zur Vermittlung, ist die Schutzgebühr Ermessenssache.
Bei der Vermittlung einer Katze variiert die Schutzgebühr von Samtpfötchen zu Samtpfötchen.
Natürlich gewähren wir Ihnen die Option, den Pflegling selber zu behalten, denn nicht selten kommt es vor, dass Pflegeeltern sich einfach nicht mehr trennen können - doch auch in diesem Fall wäre eine Schutzgebühr an uns zu entrichten.
Zur Erklärung der Schutzgebühr:
Die Schutzgebühr ist kein "Preis" den wir für unsere Tiere verlangen. Sie dient, wie der Name schon sagt, in erster Linie dem Schutz der Tiere. Leider ist vielen Menschen das, wofür sie bezahlen müssen, mehr wert, als das, was sie umsonst bekommen. Geschenktes nimmt man oftmals sofort, bei allem was Geld kostet überdenkt man seine Entscheidung vielleicht doch etwas genauer.
Die Schutzgebühr dient aber nicht nur dem Schutz der vermittelten Tiere, sondern ist auch ein notwendiger Beitrag zu unseren täglich anfallenden Ausgaben. Wir wollen für unsere Schützlinge natürlich die bestmöglichste Betreuung und tierärztliche Versorgung in ihren Pflegestellen gewährleisten, und ein nicht geringer Teil fließt in unsere Projekte im In- und Ausland.
Wir in unserem Verein arbeiten ALLESAMT EHRENAMTLICH, und nicht selten zahlen wir anfallende Kosten aus eigener Tasche, da eingegangene Spenden, oder eben auch die Schutzgebühren, einfach nicht ausreichen um alle Kosten zu decken...
Sind Sie bereit für diese Aufgabe oder haben Sie noch Fragen? Dann nehmen Sie doch bitte Kontakt mit uns auf.
Ein Tier in Pflege zu nehmen ist aktiver Tierschutz - ein Notfellchen mehr dem die Chance auf ein lebenswertes Leben gegeben wird!

Cluj/Rumänien - dank Ihrer Hilfe konnten wir diesen armen Hund befreien, er "lebte" auf einem Schrottplatz und sein einziger Unterschlupf war das Auto, an dem er angekettet war.
Alltag in diesem Land...