Eine Tierschutzkatze zieht ein - wertvolle Tipps für Pflegeeltern und Adoptanten!

 

Über unser "Katzenprojekt" in Deutschland können Sie hier mehr erfahren!

 

Bitte besorgen Sie sich auch noch einiges an aktueller Fachliteratur, folgende Zeilen und ein Buch wird nicht ausreichen, um Sie mit dem nötigen Wissen zu versorgen.

 

 

Katzengesellschaft:

Auch Katzen sind nicht gern allein!

 

Von daher tun Sie ihnen und auch sich den Gefallen und halten Sie Katzen mindestens zu zweit, denn nur das ist artgerecht.

 

Beobachten Sie einmal Katzen im Umgang miteinander. Wie sie sich gegenseitig putzen, miteinander spielen, kommunizieren...

 

Dies alles können Sie ihnen als Partner Mensch unmöglich bieten. Oder lecken Sie Ihrer Katze gerne die Ohren aus...?

 

Katzenkinder entlassen wir ab der 12. Lebenswoche generell nur im Doppelpack in ihr neues Zuhause, es sei denn, es ist schon ein Kätzchen in etwa dem selben Alter vor Ort.

 

So verhält es sich auch mit erwachsenen Katzen. Gerade reine Wohnungskatzen werden nur zu zweit oder zu einem Artgenossen vermittelt, es sei denn, wir wissen genau, dass sie sich ohne Partner wohler fühlen würden.

 

Doch gerade diese Einzelgänger sind immer "hausgemacht", sie durften soziales Verhalten gegenüber Artgenossen einfach nie erlernen, oder haben es ganz einfach verlernt. Zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt, oder jahrelang dazu verdammt, alleine leben zu müssen...

 

Gemeinsames Spiel, so macht es am meisten Spaß!

 

 

Eine Vermittlung findet nur nach einem voraus gegangenem Kontaktbesuch bei Ihnen statt.

 

Lob und Tadel:
 

Um es gleich vorweg zu nehmen, eine Katze werden Sie kaum erziehen können wie einen Hund.


Wenn Ihre Katze erwünschtes Verhalten zeigt, sofort loben und belohnen, nur zwei Sekunden später wird Ihre Katze den Zusammenhang nicht mehr verstehen.

 

Zeigt Ihre Katze unerwünschtes Verhalten ersparen Sie sich sie anzuschreien, im schlimmsten Falle sogar zu schlagen, das einzige was Sie damit erreichen ist, dass die Katze Ihnen in Zukunft nicht mehr Vertrauen wird!

Aber dass Sie auf solche Ideen nicht kommen, setzen wir jetzt ganz einfach mal voraus.

 

Konsequenz in der „Erziehung“, sofern man Katzen, wie schon erwähnt überhaupt erziehen kann, ist das A und O.

 

Als Beispiel: Darf die Katze nicht auf den Tisch, setzt man sie mit einem „Nein“ herunter. Sie wird es ganz bestimmt wieder probieren. Bleiben Sie aber hartnäckig und setzen Ihre Katze immer mit „Nein“ herunter, wird sie wahrscheinlich „aufgeben“, mit der Betonung auf wahrscheinlich! Sind Sie nicht Zuhause, wird Ihre Katze eh liegen wo sie will...

 

Wenn Sie Ihrer Katze Dinge abgewöhnen möchten, dürfen Sie es ihr natürlich nicht einmal erlauben, um es sich dann doch anders zu überlegen, so lernt die Katze natürlich nicht was sie darf, bzw. nicht darf - ruhige Konsequenz ist wie gesagt die beste „Erziehungsmethode“.


Wenn eine Katze sich vom Wesen her verändert, eventuell unsauber wird, hat es immer seinen Grund. Der Weg zum Tierarzt ist dann nicht zu umgehen, sie könnte krank sein. Häufig liegt es aber auch daran, dass sich an Ihrer, bzw. der Ihrer Katze, Lebenssituation etwas geändert hat.

 

Haben Sie weniger Zeit für sie? Sind Sie umgezogen? Hat die Katze ihren Partner verloren? Bei plötzlicher Unsauberkeit kann es vielleicht auch daran liegen, dass Sie die Marke des Katzenstreus gewechselt haben?

 

Oder sie ist einfach nur "in die Tage" gekommen, schläft von daher mehr und nimmt nicht mehr so aktiv am Leben teil. Gern verdrängt man ja den Gedanken, dass ein Abschied nahen könnte...

 

 

Denken Sie einmal darüber nach, und meinen Sie nicht, Ihre Katze möchte Ihnen was böses.

Was Ihre Katze benötigt:

 

Einen samtpfötigen Partner und ganz viel Liebe!

Einen Kratzbaum / Klettergerüst, den Sie an einen interessanten, aber trotzdem ungestörten Platz stellen, eine Katze muss die Möglichkeit bekommen ihre Krallen wetzen zu können!

 

Die größten dieser Spielplätze reichen bis an die Decke und haben mehrere Stockwerke mit Schlafbereich, Höhlen, Hängematte...


Decken, Kissen zum Schlafen.

Spielzeug und davon eine ganze Reihe (aus tierschutzrelevanten Gründen kein Spielzeug mit echtem Fell, Stoffmäuse tun es auch!)

Spielzeug gefüllt mit „Cat-Nip“ (Katzenminze) ist für eine Katze eine wahre Freude, bei Kissen oder Bällchen mit Baldrian verfallen sie in einen wahren Rausch ;-).

 

 

Katzentoilette, Streu und Schaufel, bestenfalls für jede Katze eine + eine mehr. Die Toilette sollte zwei Mal täglich gereinigt, sprich Kot und Urin beseitigt werden, einmal in der Woche komplett säubern. Bitte stellen Sie die Toilette etwas abseits vom Geschehen auf, und nicht in die Nähe des Futter- und Trinknapfes, Katzen sind da sehr eigen!

Futter und Trinknäpfe. Auch hier empfiehlt es sich, mehrere Trinknäpfe in verschiedenen Räumen zu platzieren, da Katzen dazu neigen, zu wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Bewegtes Wasser finden viele Katzen aber recht spannend, daher ist auch ein Trinkbrunnen zur Animation gut geeignet.

 

Unsere Katzen trinken zum Beispiel am liebsten in ihrem Außengehege aus dem Wasserlauf.

 

 

Eventuell Katzengras.

Weiche Bürste.

Beispiel Abenteuerspielplatz, wichtig für reine Wohnungskatzen gegen Langeweile:

Legen Sie Kartons verschiedener Größe auf den Boden zum Hindurchklettern, Hineinkrabbeln und Drüberspringen. Legen Sie Kissen auf den Boden, hinter denen das Kätzchen Verstecken spielen kann. Öffnen Sie stabile Papiertüten an beiden Enden - wichtig, an beiden Enden, wegen Erstickungsgefahr - schon haben Sie einen wunderbaren Tunnel. Die Trageschlaufen bitte durchschneiden, Gefahr des Erwürgens!

Gefahrenquellen für Katzen, UNBEDINGT BEACHTEN:

Die häufigste Ursache die zum Tode einer Wohnungskatze führen sind Fenster in Kippstellung, von daher Fenster nie ungesichert in Kippstellung lassen! Katzen können sich darin einklemmen, sich schwer verletzen und Elend ersticken. Im Fachhandel gibt es Sicherungsgitter oder Keile, die am Fensterrahmen montiert werden können.

Katze nie bei geöffnetem Fenster unbeaufsichtigt lassen, sie kann entlaufen oder sich beim Sturz aus dem Fenster verletzen! Balkone mit Schutznetz sichern!

 

ZIEHEN SIE IHRER KATZE NIEMALS EIN HALSBAND AN, auch keines mit einer sogenannten „Sollbruchstelle“, solche Halsbänder können schwerste Verletzungen hervorrufen!

 

Sie können mit einem Halsband hängen bleiben, ohne eine Möglichkeit sich wieder zu befreien, sie können sich erwürgen, es kann im Maul der Katze fest klemmen, oder sich die Pfote dahinter verfangen. Entlaufenen Jungtieren wächst das Halsband ein… diese und viele andere Gefahren bestehen, und sind keine Ammenmärchen!

 

Auch bietet ein Halsband keinen Schutz vor Diebstahl, gegen Parasiten gibt es geeignete Spot-On Präparate.

 

Vor jedem Waschgang schauen, ob sich Ihre Katze in der Waschmaschine befindet, sie verstecken sich nämlich für ihr Leben gern, ebenso nachsehen, bevor Sie den Geschirrspüler anstellen!

Dasselbe gilt für den Trockner, Mikrowelle und Ofen, dabei auf heiße Herdplatten achten. Beim Kochen Töpfe mit kaltem Wasser bereithalten, die dann auf die noch heißen Herdplatten gestellt werden, oder diese anderweitig absichern!

Stets den Toilettendeckel geschlossen halten, nicht selten passiert es, dass Katzen in der Toilettenschüssel ertrinken!

Keine Plastiktüten herum liegen lassen, Erstickungsgefahr!

 

Vorsicht bei offen brennenden Kerzen, schon so mancher Katzenschwanz musste eine leidvolle Erfahrung mit Feuer machen!

Achten Sie darauf, dass Ihre Katze nie unbeaufsichtigt mit Wolle oder Bindfäden spielt. Die Zunge einer Katze ist mit nach hinten gerichteten Häkchen besetzt, in denen Wolle oder Bindfaden sehr schnell hängen bleibt und nicht mehr ausgespuckt werden kann!

Zudem darauf achten, dass sich Ihre Katze an keinem ihrer Spielzeuge erwürgen kann, Spielzeug mit Aufhängevorrichtung beispielsweise, auch die mit Gummiband!

 

Möchten Sie Ihrer Katze Freigang gewähren, was an einer viel befahrenen Straße natürlich nicht sein sollte, lassen Sie sie mindestens für 6 Wochen im Haus oder der Wohnung, damit sie einen Bezug zu ihrer Umgebung herstellen kann. Gehen Sie die ersten Male mit ihr gemeinsam nach draußen und schauen auch, ob sich in der Nähe, vielleicht sogar im eigenen Garten, offene Gewässer befinden. Bei einer nicht abgedeckten Regentonne, einem Gartenteich oder Swimmingpool mit glatten Rändern, hat Ihre Katze keine Möglichkeiten wieder heraus zu kommen!

Darauf achten, dass sich keine für Katzen giftigen Pflanzen in der Wohnung befinden, beispielsweise Efeu - dass Zigarettenrauch und Zigaretten(stummel) Gift für Katzen sind, versteht sich von selbst!

Versäumen Sie bitte auch nicht, Ihre Katze chippen zu lassen und sie beim Tiersuchzentralregister TASSO zu registrieren! Übernehmen Sie eine Katze von unserem Tierschutzverein, haben wir das schon getan, das ist für uns ebenso selbstverständlich wie die Grundimmunisierung, das Entflohen und Entwurmen und natürlich auch die Kastration, wenn die Katze schon das entsprechende Alter dafür erreicht hat.

 

Sollten Sie ein Katzenkind von uns adoptieren, werden Sie vertraglich dazu verpflichtet die Katze spätestens zur Geschlechtsreife kastrieren zu lassen!


Alles Gute für Sie und Ihre Katzen und ein glückliches Zusammenleben wünscht

 

Michaela Goldhorn

 

„Fellchen in Not e.V.“

 

 

 

Copyright © 2009 Michaela Goldhorn "Fellchen in Not e.V." - alle Rechte vorbehalten. Nutzung des Textes und der Bilder nur mit vorheriger Genehmigung des Autors und bei vollständiger Nennung des Autors (komplette Quellenangabe).

 

 

 

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